Liebe Nicht-SimRacer: Eine Erklärung des Irrsinns…

Der User Ryan Ogurek hat auf racedepartment.com versucht zu erklären was die Faszination am Simracing ausmacht und voll ins Schwarze getroffen, wie ich finde. >> Originaltext (engl.) << Ich habe mir mal die Freiheit genommen das Ganze ins Deutsche zu übersetzen. Aus rechtlichen Gründen habe ich die Bilder aus dem Originaltext durch eigene Screenshots ersetzt.

Assetto Corsa - Mercedes-Benz SLS AMG GT3

Assetto Corsa: Mercedes-Benz SLS AMG GT3

Wir alle haben sie gehört. Verfluchende Worte von Frauen, Freundinnen, Mitbewohnern, Eltern und vielen anderen die es einfach nicht verstehen.

„Warum nimmst du diese Spiele so ernst? Es ist doch nur ein doofes Rennspiel!“ Diese Worte verfolgen Simracer auf der ganzen Welt alle 3,4 Sekunden und hallen in unseren Ohren wider wie das heulen gefolterter Wölfe. In der Hoffnung diese unerträglichen Schreie zu beruhigen, werde ich versuchen eine Erklärung für unseren Wahnsinn zu finden.

Es gibt viele Gründe warum wir Rennsimulationen fahren und sie alle variieren von Person zu Person, so einzigartig wie unsere eigenen Identitäten. Dennoch gibt es bestimmte Wurzeln die uns alle miteinander verbinden. Mancher ist ein Motorsportenthusiast oder sogar Rennfahrer, der in der Realität einfach nicht genug bekommen kann. Andere sind Computer-Nerds die eine neue Sucht entwickelt haben. Aber alle von uns sind durch eine einfache Wahrheit miteinander verbunden, welche wir uns nicht trauen zuzugeben.

Viele von uns werden behaupten es mache uns zu besseren Fahrern. Tatsächlich ist es mittlerweile wissenschaftlich belegt, dass es das tut (Sind wir nicht alle einwandfreie Fahrer?) und viele Rennteams benutzen Simulatoren als wichtige Trainingsgeräte. Wir könnten versuchen das als Argument zu nutzen, aber das ist es nicht was und bis 2:00 Uhr in der Früh Rundenzeiten auf Spa jagen lässt.

rFactor 2 - Marussia Cosworth

rFactor 2: Marussia Cosworth

Ein gemeinsamer Wesenszug von Fahrern von Rennsimulationen ist es, dass wir grundsätzlich Wettbewerbsfähig sind, wie das Wort SimRACER schon andeutet. Also werden viele von uns sagen, dass wir uns nach dem Wettbewerb sehnen und „uns nicht wie richtige Menschen fühlen, wenn wir nicht die Rundenzeit vom Schumacher geknackt haben“. So gut dieser Grund auch klingen mag, er ist es auch nicht.

Die Wahrheit ist, wir haben alle einen kleinen 8-jährigen in uns. Rennsimulationen erlauben es uns in unsere eigene Fantasiewelt zu entfliehen und die Art Rennfahrer zu sein, die wir schon immer sein wollten. Sie gehen sogar noch weiter als uns coole Autos in Rennen fahren zu lassen, sie sorgen dafür dass es sich echt anfühlt! Sie bringen das Gefühl so gut rüber, dass man durch ein kleines Fenster in seine eigenen Träume sehen kann und alles was man tun muss ist, dem kleinen 8-jährigen zu erlauben die offenen Lücken zu füllen. Sie erlauben es uns dahin zu gehen, wohin wir sonst nicht gehen würden oder aus Angst und ohne Strafe nicht gehen könnten. Rennsimulationen sind vielleicht Übung für die Realität oder vielleicht ein Hobby, aber der Grund warum wir sie so sehr lieben ist der, dass sie es schaffen unsere Träume ein Stück weit wahr werden zu lassen.

In der heutigen Welt brauchen die Menschen eine Fluchtmöglichkeit, einen Weg bei all dem Chaos irgendwie bei Verstand zu bleiben. Für uns sind Rennsimlationen genau dieser Ausweg und, soweit ich Auswege beurteilen kann, sind sie ein ziemlich guter.

Wenn ihr uns also tausende von Euro in neue Racing-Hardware stecken und uns diese bis in die frühestens Morgenstunden malträtieren seht, behaltet bitte immer im Hinterkopf dass das die eine Sache ist die uns davor bewahrt unter all dem Druck und Stress des Lebens in dieser verrückten Welt zusammenzubrechen. Wir werden unser Bestes tun uns nicht in dieser Fantasiewelt zu verlieren, aber bitte, bitte lasst uns unsere Zeit zum Fahren.

RaceRoom Racing Experience - Chevrolet Camaro GT3

RaceRoom Racing Experience: Chevrolet Camaro GT3

 

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